Kulturkampf

Zeit für einen Weckruf

WECKRUF aus Halle | Hallesche Vereine protestieren gegen Kürzungen der Landeszuschüsse

Die Freunde des neuen theaters Halle (Saale) e.V., der Freundes- und Förderkreis des Händel-Hauses zu Halle e. V. und die Gesellschaft der Freunde der Oper und des Balletts Halle e.V. sind erfüllt von Sorge und tiefer Beunruhigung ob der beabsichtigten – und vermeintlich alternativlosen – Sparmaßnahmen unserer Landesregierung auf den Gebieten von Kunst und Kultur, aber auch Wissenschaft und Bildung.

Wir haben uns deshalb entschlossen, diesen Absichten mit einem WECKRUF an alle Menschen unseres Landes entgegenzutreten und einen konstruktiven Dialog sowie Konzeptionen zu fordern, die für die Zukunft tragfähige Lösungen bieten. Der WECKRUF - dem sich schon zahlreiche prominente Hallenser aus Wissenschaft, Kultur und Politik angeschlossen haben, wurde im Rahmen des Sommerfests der halleschen Theater und Orchester am 28. Juni 2013 veröffentlicht.

WECKRUF als Antwort auf die Sparpläne der Landesregierung Sachsen-Anhalt

Hier unser WECKRUF im Wortlaut:

Mit großer Sorge und tiefer Beunruhigung nehmen wir als Vorstände und Mitglieder von Freundes- und Förderkreisen kultureller und künstlerischer Institutionen, als Künstler, Kulturschaffende und Wissenschaftler, als Lehrende und Studierende aller Bildungsbereiche, als Kunstliebhaber, als Theater-, Opern- und Konzertpublikum zur Kenntnis, dass Mitglieder der Regierung des Landes Sachsen-Anhalt vermeintlich alternativlose Sparmaßnahmen auf den Gebieten von Kunst und Kultur, aber auch in Wissenschaft und Bildung durchsetzen wollen. Damit werden Bildung und Kultur in unserem Bundesland in ihrer Substanz gefährdet. Wir verstehen es als Aufgabe der Politiker in der Regierung eines jeden Bundeslandes, Einrichtungen der Kunst, Kultur und Bildung zu erhalten und zu entwickeln, nicht aber diese finanziell auszutrocknen und damit zu zerstören. Die Vernichtung von Bildungs- und Kulturinstitutionen heißt, die Axt an die Zukunft des Landes zu legen.

Dem setzen wir unseren WECKRUF an alle Menschen unseres Landes entgegen. Wir schließen uns zur Erhaltung von Kultur- und Bildungseinrichtungen deshalb der Aktion »5 vor 12« an.

Politiker wurden und werden nicht zuletzt in Regierungsverantwortung gewählt, damit sie die kulturelle Identität unseres Landes wahren und fördern. Dazu müssen diese verantwortlichen Politiker im konstruktiven Gespräch mit allen Beteiligten Möglichkeiten suchen und finden, wie im geistig-kulturellen Bereich und im Bildungssektor – vermeintlich – notwendige Sparmaßnahmen ohne nicht wieder gut zu machende inhaltliche und strukturelle Schäden zu realisieren sind. Dieser Dialog kann und darf keine Einbahnstraße sein. Wir erwarten und fordern, dass die verantwortlichen Politiker vernünftige Argumente ihrer Gesprächspartner in ihre Überlegungen und Beschlüsse einfließen lassen. Das gilt auch und besonders für die Empfehlungen des Kulturkonvents.

Wir fordern unverzüglich Konzeptionen für die künftige Entwicklung des geistig-kulturellen Lebens in unserem Lande, die für die Zukunft tragfähige Lösungen bieten, damit grobgeschnitzte Sparmaßnahmen mit verheerenden Folgen von vornherein ausgeschlossen sind.

Bekanntlich versteht sich Politik als die Kunst des Möglichen. Dieses Mögliche für unser Land Sachsen- Anhalt auch für Kunst, Kultur und Bildung zu wagen, sind Politiker ebenso wie alle Bürger gefordert und aufgerufen.

Halle, 28. Juni 2013

Ramona Fitzner
Vorsitzende Freunde des neuen theaters Halle (Saale) e.V.

PD Dr. med. habil. Christoph Rink
Vorsitzender Freundes- und Förderkreis des Händel-Hauses zu Halle e.V.

Tilman Schwarz
Präsident Gesellschaft der Freunde der Oper und des Balletts Halle e.V.


Unterstützen Sie unseren WECKRUF!

Wie das geht? Einfach die hier als PDF-Datei bereitstehende Weckruf-Antwort (Einzelperson) oder die Weckruf-Liste (zum Auslegen bei Freunden, Kollegen und Bekannten) herunterladen, ausdrucken, unterschreiben (lassen) und an uns zurücksenden.

Weckruf-Text
Weckruf-Antwort
Weckruf-Liste

Machen Sie mit! Ganz nach dem Motto: Wir bleiben hier. Wir lassen uns nicht wegsparen!