Kulturkampf

Am 12. Oktober 2013 fand in Halle (Saale) das Jahrestreffen der Freundes- und Fördergesellschaften der Vorstände der Theater, Opern und Orchester in Sachsen-Anhalt im Beisein des Kultusministers Stephan Dorgerloh statt. Die Vorsitzenden der Freundeskreise übergaben dem Kultusminister nach einer ausführlichen Diskussion zur Lage der Theater, Opern, Orchester und des Balletts im Land Sachsen-Anhalt folgenden Forderungskatalog:

Wir, die Vorsitzenden der Vorstände und der Theater-, Opern-, Ballett- und Orchester-Freundeskreise fordern auch als Repräsentanten des tausendfachen Publikums

  • von den ins Parlament und in Regierungsverantwortung gewählten Repräsentanten Sachsen-Anhalts, die kulturelle Identität unseres Landes zu wahren und zu fördern sowie im konstruktiven Gespräch mit allen Beteiligten Möglichkeiten zu suchen und zu finden, wie im geistig-kulturellen Bereich – womöglich – notwendige Sparmaßnahmen ohne nicht wieder gut zu machende inhaltliche und strukturelle Schäden umzusetzen sind, insbesondere durch ein »Umlandfinanzierungsgesetz«.
  • eine die Leistungen der darstellenden Kunst und der Musik angemessen würdigende Berücksichtigung im Kulturkonzept des Landes, um deren kulturelle sowie künstlerische Attraktivität und bildungspolitische Bedeutsamkeit bei der Erziehung und Bildung der jungen Generation umfassend darzustellen und nicht ausschließlich auf »erhebliche Struktur- und Finanzprobleme« zu reduzieren.
  • das klare, uneingeschränkte Bekenntnis zum Erhalt der Theater-, Opern- und Orchesterlandschaft im Land Sachsen-Anhalt als moderne, lebendige Orte traditionsreicher deutscher Theatergeschichte.
  • den Theatern, Opern und Orchestern ebensolche mittel- und langfristige Planungssicherheit für die notwendigen künstlerischen Prozesse einzuräumen wie anderen Einrichtungen und anstelle eines »Strukturanpassungsfonds« dafür Sorge zu tragen, dass die Freiheit der Kunst ohne »Anpassung« auch in Sachsen-Anhalt gewährleistet ist, um die Qualität und Strahlkraft unserer Theater-, Opern-, Orchester- und Ballettaufführungen auch weiterhin landes-, bundesweit und international zum Wohle des Landes nach innen und außen als Leuchttürme weiter wirken zu lassen.
  • dass die verantwortlichen Politikerinnen und Politiker die gewichtigen Argumente ihrer Gesprächspartner im Kulturbereich, insbesondere auch die Empfehlungen des Kulturkonvents in ihre Überlegungen und Beschlüsse einfließen lassen.

Bekanntlich versteht sich Politik als die Kunst des Möglichen. Dieses für unser Land Sachsen-Anhalt auch zugunsten von Kunst, Kultur und Bildung als Fundament unserer Gesellschaft zu wagen und umzusetzen, sind die in Regierungsverantwortung und ins Parlament gewählten Politikerinnen und Politiker gefordert und aufgerufen.

Wir, die Vorstände der Freundes- und Fördergesellschaften der Theater, Opern und Orchester in Sachsen-Anhalt, sind die Verbündeten der politisch Verantwortlichen und stehen bereit, uns gemeinsam mit diesen für die Entfaltung und Förderung unserer Theater, Opern, Orchester einzubringen.

Im Namen der Vorstände der Freundes- und Fördergesellschaften:

gez. Ramona Fitzner
Vorsitzende
»Freunde des neuen theaters Halle (Saale)« e.V.

gez. Tilman Schwarz
Präsident
»Gesellschaft der Freunde der Oper und des Balletts Halle« e.V.

gez. Oliver Thust
Vorsitzender
»Freundeskreis des Dessauer Theaters« e.V.

gez. Klaus Rupprich
Vorsitzender
»Theaterförderverein Halberstadt« e.V.

gez. Stefan Poldrack
stellvertretender Vorsitzender
»Gesellschaft der Freunde der Staatskapelle Halle« e.V.

gez. Michel Redlich
Vorsitzender
»Freundeskreis Schauspiel Magdeburg« e.V.

gez. Elke Schneider
stellvertretende Vorsitzende
»Puppentheaterverein Magdeburg« e.V.

gez. Kirsten Wilke
Vorsitzende
»Naumburger Theater-und Kinofreunde« e.V.

gez. Daniela Frankenberg
Vorsitzende
»Freunde und Förderer des Theaters der Altmark« e.V.

gez. Christel Riemann-Hanewinckel
Vorsitzende
»Gesellschaft der Freunde des Thalia -Theaters Halle, Kunst- und Kulturzentrum für Kinder und Jugendliche« e.V.